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Titelbild des aktuellen Programmheftes des EVANGELISCHEN LABORATORIUMS
Dienstag, 6. November 2018, 18.30 Uhr  | Duisburg

Kann die EU noch gerettet werden?

Die Folgen eines Europas der verschiedenen Geschwindigkeiten

„Es ist nun fast zehn Jahre her, dass die Krise begann. Doch nachdem sich die Europäisch Union (EU) für Austerität und Deregulierung entschieden hatte, suchen die Mitgliedsstaaten noch immer nach einem Ausweg. Die EuroMemo Group hat vergeblich vor den Gefahren gewarnt, die bereits aus der Architektur der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) resultieren. Zu den Konsequenzen zählt die europaweite Zunahme von rechtsextremen politischen Kräften, die die weit verbreitete antieuropäische Stimmung, die gerade von diesen Kräften mit hervorgerufen wurde, beflügeln. Der Ausstieg aus der EU gewinnt zunehmend an Bedeutung und wird im Falle von Großbritannien bald sogar Realität sein. Dies ist ein Wendepunkt in der Geschichte der EU, die auf dem Grundsatz einer „immer engeren Union“ beruht hat.

Kann die EU noch gerettet werden? Dies ist in der Tat eine schwierige Frage. Das Weißbuch zur Zukunft Europas der Europäischen Kommission legt fünf Szenarien dar. Doch lassen diese immanente Spannungen in Europa mehr oder weniger unberücksichtigt, z.B. die gestiegene Unsicherheit auf den Arbeitsmärkten, die Rolle des Finanzwesens nach der Krise sowie das Anwachsen einer neuen „Unterschicht“ überall in Europa. …

Das wirtschaftliche System, das Europa infolge der Krise auferlegt wurde, muss durch einen gemeinsamen europäischen Prozess verändert werden. Die europäische Politik sollte auf mehreren Ebenen gestaltet werden, sodass europaweite Initiativen mit denen einzelner Regierungen verbunden werden. Die größte Herausforderung wird es sein, die Schlüsselfaktoren einer solchen Strategie festzulegen und die notwendigen Allianzen zu bilden. Die Zukunft der europäischen Integration hängt von einer Stärkung der Demokratie auf Grundlage von Stabilität, Solidarität und sozialer Gerechtigkeit ab.“ (aus dem EuroMemorandum 2018)

Prof. Dr. Bosch, Mitunterzeichner des EuroMemorandums, wird die wesentlichen Aspekte des Memorandums insbesondere am Beispiel Griechenlands verdeutlichen. Prof. Dr. Bosch gehörte 2016 zu einer internationalen Expertengruppe „Empfehlungen zur Verbesserung der griechischen Arbeitsmarktsituation“.

 

Prof. Dr. Gerhard Bosch war von 2007 bis März 2016 Geschäfts-führender Direktor des Ins-tituts Arbeit und Qualifikation (IAQ), seit März 2016 Senior Professor am IAQ.

 

Termin

Dienstag, 6. November 2018, 18.30 Uhr

Ort

Kreuzeskirche Duisburg-Marxloh Kaiser-Friedrich-Str. 40 47169 Duisburg

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