KDA

Titelbild des aktuellen Programmheftes des EVANGELISCHEN LABORATORIUMS
Donnerstag, 2. Mai 2019, 18.30 Uhr  | Duisburg

Europa vor der Wahl

 

Europa vor der Wahl - Manifest für die Begründung einer Europäischen Republik

 

Manifest

Heute, am 10. November 2018 um 16 Uhr, 100 Jahre nach Ende des ersten Weltkrieges, der auf Jahrzehnte die europäische Zivilisation zerstört hatte, gedenken wir nicht nur der Geschichte, sondern nehmen unsere Zukunft selbst in die Hand.

 

Es ist Zeit, das Versprechen Europas zu verwirklichen und sich an die Gründungsidee des europäischen Einigungsprojekts zu erinnern.

 

Wir erklären alle, die sich in diesem Augenblick in Europa befinden, zu Bürgerinnen und Bürgern der europäischen Republik. Wir nehmen unsere Verantwortung für das universale Erbe der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte an, und geloben, sie endlich zu verwirklichen.

 

Wir sind uns bewusst, dass der Reichtum Europas auf Jahrhunderten der Ausbeutung anderer Kontinente und der Unterdrückung anderer Kulturen beruht. Wir teilen deshalb unseren Boden mit jenen, die wir von ihrem vertrieben haben. Europäer ist, wer es sein will. Die Europäische Republik ist der erste Schritt auf dem Weg zur globalen Demokratie.

 

Das Europa der Nationalstaaten ist gescheitert. Die Idee des europäischen Einigungsprojekts wurde verraten.

 

Der Binnenmarkt und der Euro konnten ohne politisches Dach zur leichten Beute einer neoliberalen Agenda werden, die der Idee der sozialen Gerechtigkeit widerspricht. Daher muss die Macht in den europäischen Institutionen erobert werden, um den gemeinsamen Markt und die gemeinsame Währung in einer gemeinsamen europäischen Demokratie zu gestalten. Denn Europa heißt: Menschen zu einen und nicht Staaten zu integrieren.

 

An die Stelle der Souveränität der Staaten tritt hiermit die Souveränität der Bürgerinnen und Bürger. Wir begründen die Europäische Republik auf dem Grundsatz der allgemeinen politischen Gleichheit jenseits von Nationalität und Herkunft. Die konstitutionellen Träger der europäischen Republik sind die Städte und Regionen. Der Tag ist gekommen, dass sich die kulturelle Vielfalt Europas endlich in politischer Einheit entfaltet.

 

Der Europäische Rat ist abgesetzt. Das Europäische Parlament hat gesetzgeberische Gewalt. Es wählt eine europäische Regierung, die dem Wohle aller europäischen Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen verpflichtet ist. Es lebe die Europäische Republik.

 

Initiiert von der Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot und dem Schriftsteller Robert Menasse haben sich Künstlerinnen und Künstler, Bürgerinnen und Bürger in über 150 Städten in Europa am 10. November 2018 am „European Balcony Project“ (europäisches BalkonProjekt) beteiligt. Von Balkonen öffentlicher Gebäude wurde das von Guérot und Menasse verfasste Schriftstück verlesen.

 

In 30 Sprachen, darunter auch eine Version in Gebärdensprache, steht es auf der Plattform, die via www.europeanbalconyproject.eu/en/ zu erreichen ist, als Download bereit. „Wir wollen eine riesengroße Debatte anstoßen“, lautete eines der Ziele. Das Datum zu dieser Aktion war nicht willkürlich gewählt:

 

Vor einhundert Jahren wurde in Berlin am Mittag des 9. November 1918 von einem Balkon des Berliner Reichstags vom sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Philipp Scheidemann die erste deutsche Republik ausgerufen, am Nachmittag am Berliner Stadtschloss von Karl Liebknecht die "freie, sozialistische Republik Deutschland".

 

Marie Rosenkranz, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Projektmanagerin im von Ulrike Guérot gegründeten des European Democracy Lab mit Sitz in Berlin wird Hintergrund und Ziele des Manifests vorstellen und zu einer leidenschaftlichen Diskussion zur Zukunft Europas einladen. Das European Democracy Lab ist ein Think Tank, der sich der Entwicklung innovativer Ideen für Europa widmet.

    

Termin

Donnerstag, 2. Mai 2019, 18.30 Uhr 

Ort

Konfenzzentrum Kleiner Prinz, Schwanenstraße 5, 47051 Duisburg

Information: Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA), Duisburg-Niederrhein, Am Burgacker 14-16, 47051 Duisburg, Tel.: 0203 - 2951 3170, Fax: 0203 - 2951 4173, E-Mail: kda@kirche-duisburg.de     

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