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Fach­ta­gung zur Kir­che in der Ar­beits­welt und der Bil­dungs­i­n­i­tia­ti­ve La­bo­ra­to­ri­um­Wirt­schaft ist Care

Das Bild zeigt Dieter Zisenis, Dr. Kathrin Kürzinger und Superintendent Dr. Christoph Urban (rechts) bei der Fachtagung zur Kirche in der Arbeitswelt am 2. Dezember 2025 in der Marxloher Kreuzeskirche. (© Foto: Bartos Galus)

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Zu einer Fach­ver­an­stal­tung über das Thema „Kir­che in der Ar­beits­welt“ tra­fen sich in der Kreu­zes­kir­che in Duis­burg Ma­rx­loh Mit­a­r­bei­ten­de aus dem Kirch­li­chen Dienst in der Ar­beits­welt (KDA) und dem Bil­dungs­pro­gramm „La­bo­ra­to­ri­um“, das in den ver­gan­ge­nen 15 Jah­ren die The­menschwer­punk­te ge­setzt und viel­fäl­ti­ge Be­geg­nun­gen zwi­schen Men­schen aus den un­ter­schied­lichs­ten Ecken der Ar­beits­welt or­ga­ni­siert hat.

Zur ge­gen­wär­ti­gen Lage des kirch­li­chen Diens­tes in der Ar­beits­welt äu­ßer­ten sich Dr. Jo­han­nes Rehm, Pfar­rer i.R. aus Nürn­berg, von 2006 bis 2023 Lei­ter des KDA der Evang.-Luth. Kir­che in Bay­ern und Prof. Dr. Trau­gott Jäh­ni­chen, vom Lehr­stuhl für Christ­li­che Ge­sell­schafts­leh­re an der Ruhr-Uni­ver­si­tät Bo­chum, in zwei Im­puls­vor­trä­gen. Beide be­ton­ten die Not­wen­dig­keit kirch­li­cher Prä­senz an öf­fent­li­chen Orten. „Es man­gelt an Geld, an Per­so­nal und manch­mal auch an Zu­trau­en in die ei­ge­ne Bot­schaft“, sagte Rehm und warn­te: „Ein Rü­ck­zug aus der Ar­beits- und Be­triebs­seel­sor­ge würde sich bit­ter rä­chen.“ Jä­ni­chen er­in­ner­te daran, dass der KDA seit sei­nes Ent­ste­hungs­im­pul­ses auf der Syn­ode von Es­pel­kamp 1955, also von An­fang an, durch Mas­se­n­a­r­beits­lo­sig­keit und Um­struk­tu­rie­run­gen in Rü­ck­bau­pro­zes­se in­vol­viert ge­we­sen sei. „Wir ste­hen, an­ge­sichts der an­ste­hen­den Auf­ga­ben in einer hoch­plu­ra­li­sier­ten Ar­beits­welt, wie da­mals in Es­pel­kamp, vor einem Neu­be­ginn“, fol­ger­te er.
Wie die Rolle der Kir­che beim Neu­be­ginn aus­se­hen könn­te, dar­über dis­ku­tier­te der lang­jäh­ri­ge Lei­ter des La­bo­ra­to­ri­ums Die­ter Zi­se­nis mit den bei­den Vor­red­nern sowie mit Dr. Ka­thrin Kür­zin­ger, die an der Evan­ge­li­schen Aka­de­mie im Rhein­land Stu­dien­lei­te­rin im The­men­be­reich „Trans­for­ma­ti­on von Ar­beit und Wirt­schaft“ ist, und mit Dr. Chri­s­toph Urban, dem Su­per­in­ten­den­ten des Evan­ge­li­schen Kir­chen­krei­ses Duis­burg.

Kür­zin­ger sah den KDA als durch­ge­hend aus männ­li­cher Sicht auf die Ar­beit ge­prägt. Sie plä­dier­te für eine Er­wei­te­rung des Ar­beits­be­griffs in dem nicht nur ein Fokus auf Er­werbs­a­r­beit ge­rich­tet sein soll­te, son­dern auch auf die eben­so wich­ti­ge Care-Ar­beit. Urban dank­te, auch im Namen der an­de­ren an dem Ko­ope­ra­ti­ons­ver­trag für das La­bo­ra­to­ri­um be­tei­lig­ten Kir­chen­krei­se für die Ar­beit von Die­ter Zi­se­nis, der für einen Brü­cken­kopf der Kir­che in der Ar­beits­welt ge­sorgt habe. Nun läuft der Ko­ope­ra­ti­ons­ver­trag zwi­schen den Kir­chen­krei­sen Dins­la­ken, Duis­burg, Moers und Wesel aus, und damit endet die Ar­beit des La­bo­ra­to­ri­ums in der bis­he­ri­gen Form. Urban zi­tier­te Elon Musk damit, dass Ar­beit in der Zu­kunft nur noch op­ti­o­nal sein wird. „Wir müs­sen gu­cken, dass da nicht zu Viele bei ab­ge­hängt wer­den,“ sagte er, „und wir wol­len wei­ter auf wich­ti­ge The­men auf­merk­sam ma­chen“. Die­ter Zi­se­nis ver­ab­schie­de­te sich mit dem drin­gen­den Wunsch, „dass Kir­che den Kon­takt zu den Men­schen in der Ar­beits­welt nicht ver­liert.“

Text: Sa­bi­ne Mer­kelt-Rahm