Fachtagung zur Kirche in der Arbeitswelt und der Bildungsinitiative LaboratoriumWirtschaft ist Care
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Zu einer Fachveranstaltung über das Thema „Kirche in der Arbeitswelt“ trafen sich in der Kreuzeskirche in Duisburg Marxloh Mitarbeitende aus dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA) und dem Bildungsprogramm „Laboratorium“, das in den vergangenen 15 Jahren die Themenschwerpunkte gesetzt und vielfältige Begegnungen zwischen Menschen aus den unterschiedlichsten Ecken der Arbeitswelt organisiert hat.
Zur gegenwärtigen Lage des kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt äußerten sich Dr. Johannes Rehm, Pfarrer i.R. aus Nürnberg, von 2006 bis 2023 Leiter des KDA der Evang.-Luth. Kirche in Bayern und Prof. Dr. Traugott Jähnichen, vom Lehrstuhl für Christliche Gesellschaftslehre an der Ruhr-Universität Bochum, in zwei Impulsvorträgen. Beide betonten die Notwendigkeit kirchlicher Präsenz an öffentlichen Orten. „Es mangelt an Geld, an Personal und manchmal auch an Zutrauen in die eigene Botschaft“, sagte Rehm und warnte: „Ein Rückzug aus der Arbeits- und Betriebsseelsorge würde sich bitter rächen.“ Jänichen erinnerte daran, dass der KDA seit seines Entstehungsimpulses auf der Synode von Espelkamp 1955, also von Anfang an, durch Massenarbeitslosigkeit und Umstrukturierungen in Rückbauprozesse involviert gewesen sei. „Wir stehen, angesichts der anstehenden Aufgaben in einer hochpluralisierten Arbeitswelt, wie damals in Espelkamp, vor einem Neubeginn“, folgerte er.
Wie die Rolle der Kirche beim Neubeginn aussehen könnte, darüber diskutierte der langjährige Leiter des Laboratoriums Dieter Zisenis mit den beiden Vorrednern sowie mit Dr. Kathrin Kürzinger, die an der Evangelischen Akademie im Rheinland Studienleiterin im Themenbereich „Transformation von Arbeit und Wirtschaft“ ist, und mit Dr. Christoph Urban, dem Superintendenten des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg.
Kürzinger sah den KDA als durchgehend aus männlicher Sicht auf die Arbeit geprägt. Sie plädierte für eine Erweiterung des Arbeitsbegriffs in dem nicht nur ein Fokus auf Erwerbsarbeit gerichtet sein sollte, sondern auch auf die ebenso wichtige Care-Arbeit. Urban dankte, auch im Namen der anderen an dem Kooperationsvertrag für das Laboratorium beteiligten Kirchenkreise für die Arbeit von Dieter Zisenis, der für einen Brückenkopf der Kirche in der Arbeitswelt gesorgt habe. Nun läuft der Kooperationsvertrag zwischen den Kirchenkreisen Dinslaken, Duisburg, Moers und Wesel aus, und damit endet die Arbeit des Laboratoriums in der bisherigen Form. Urban zitierte Elon Musk damit, dass Arbeit in der Zukunft nur noch optional sein wird. „Wir müssen gucken, dass da nicht zu Viele bei abgehängt werden,“ sagte er, „und wir wollen weiter auf wichtige Themen aufmerksam machen“. Dieter Zisenis verabschiedete sich mit dem dringenden Wunsch, „dass Kirche den Kontakt zu den Menschen in der Arbeitswelt nicht verliert.“
Text: Sabine Merkelt-Rahm