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Duisburg, 17.11.2020

Grundeinkommen kann finanzielle Lücken schließen mit Blick auf eine breite soziale Gerechtigkeit

(© ur)

In einer Vor­trags- und Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tung des La­bo­ra­to­ri­um re­fe­rier­te jüngst Ralf Wel­ter zum Thema Be­din­gungs­lo­ses Gr­und­ein­kom­men und dis­ku­tier­te mit den Gäs­ten der Ver­an­stal­tung in Duis­burg.

Wel­ter ist Di­plom­kauf­mann und ar­bei­tet als Lehr­be­auf­trag­ter im Lehr­ge­biet Wirt­schafts­po­li­tik an der Fach­hoch­schu­le Aa­chen.

In sei­nem Vor­trag stell­te Wel­ter fest, dass ein Be­din­gungs­lo­ses Gr­und­ein­kom­men nicht den So­zi­al­staat er­setzt, son­dern er­gänzt und er­wei­tert. Das Gr­und­ein­kom­men biete per­sön­li­che Frei­heit und die Mög­lich­keit für jeden Ein­zel­nen, sein Schaf­fen zu über­den­ken und per­sön­li­che Per­spek­ti­ven wei­ter zu ent­wi­ckeln. Es bie­tet Si­cher­heit.

Finan­zi­el­le Lücken min­dern

Ein Be­din­gungs­lo­ses Gr­und­ein­kom­men diene nicht der Sub­sti­tu­ti­on des per­sön­li­chen Ein­kom­mens der Bür­ger. Viel­mehr soll und kann es die Min­de­rung fi­nan­zi­el­ler Lücken dar­stel­len, mit Blick auf eine brei­te so­zia­le Ge­rech­tig­keit. Das vor dem Hin­ter­grund, dass in der Bun­des­re­pu­blik rund 18 Pro­zent der Men­schen als arm gel­ten, also rund jeder fünf­te Ein­woh­ner lebt in einer fi­nan­zi­ell pre­kä­ren Si­tua­ti­on.

Ak­tu­ell, in der Zeit der Co­ro­na-Krise, flammt die Dis­kus­si­on zum Thema Be­din­gungs­lo­ses Gr­und­ein­kom­men auf, denn wei­ten Tei­len der Ge­sell­schaft droht fi­nan­zi­el­le Not, Exis­tenz­sor­gen neh­men stark zu.

Wel­ter ging auf un­ter­schied­li­che Mo­del­le aus Po­li­tik, Wis­sen­schaft und So­zi­al­ver­bän­den ein, die qua­li­ta­tiv recht un­ter­schied­lich aus­fal­len. Jedes der Mo­del­le be­fasst sich in­ten­siv mit der Finan­zie­rungs­mög­lich­keit des Be­din­gungs­lo­sen Gr­und­ein­kom­mens.

Die Be­rech­nun­gen der Kos­ten schwan­ken. In Rede steht ein zu fi­nan­zie­ren­der Be­trag von mehr als 700 Mil­li­ar­den Euro pro Jahr. Dabei gilt zu be­rück­sich­ti­gen: Ein nicht un­er­heb­li­cher Teil des ge­zahl­ten Gr­und­ein­kom­mens fließt wie­der in den Wirt­schafts­kreis­lauf.

Hin­ter­grund

Alle Bür­ge­rin­nen und Bür­ger be­kom­men ein Leben lang mo­nat­lich Geld vom Staat, das in­di­vi­du­ell ga­ran­tiert und ohne Ge­gen­leis­tung aus­ge­zahlt wird – ohne Be­dürf­tig­keits­prü­fung, ohne Zwang zur Ar­beit, exis­tenz- und teil­ha­be­si­chernd.

Das Thema Be­din­gungs­lo­ses Gr­und­ein­kom­men wird seit lan­gem immer wie­der dis­ku­tiert. For­schung, Hoch­schu­len, Po­li­tik und So­zi­al­ver­bän­de und große Teile un­se­rer Ge­sell­schaft be­schäf­ti­gen sich mit dem Thema. Un­ter­schied­li­che Mo­del­le stel­len eine mög­li­che Rea­li­sie­rungs­for­men dar.

Das Thema wird un­ter­schied­lich und teils kon­tro­vers dis­ku­tiert. Es gibt Be­für­wor­ter und strik­te Geg­ner, die ein be­din­gungs­lo­ses Gr­und­ein­kom­men ab­leh­nen.

Eine Stu­die soll Er­geb­nis­se lie­fern und Aus­kunft dar­über geben, wie sich die fi­nan­zi­el­le Zu­wen­dung auf die Teil­neh­mer aus­wirkt.

Stellt sich eine Zufrie­den­heit durch die fi­nan­zi­el­le Si­cher­heit ein? För­dert sie eine Ver­än­de­rung zu einer ge­sün­de­ren Le­bens­form und zu einer po­si­ti­ven Ein­stel­lung sowie einer bes­se­ren Le­bens­per­spek­ti­ve?

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