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Duisburg, 07.07.2022

Umwälzungen im europäischen Kulturraum seit 1776

Ein Forum für Zu­kunfts­fra­gen
Ver­an­stal­ter­ge­mein­schaft

Gegen Ver­ges­sen - Für De­mo­kra­tie e.V. – Re­gio­na­le Ar­beits­grup­pen Rhein-Ruhr West und Mitt­le­res Ruhr­ge­biet / Volks­hoch­schu­le Duis­burg / Deutsch-Fran­zö­si­sche Ge­sell­schaft Duis­burg e.V. / Deutsch-Bri­ti­sche Ge­sell­schaft Duis­burg e.V. / La­bo­ra­to­ri­um - Ev. Zen­trum für Ar­beit, Bil­dung und be­trieb­li­che Seel­sor­ge/ Deut­scher Ge­werk­schafts­bund (DGB) Stadt­ver­band Duis­burg / Ju­gen­dring Duis­burg / Evan­ge­li­scher Kir­chen­kreis Duis­burg/Jü­di­sche Ge­mein­de Duis­burg – Mül­heim/Ruhr – Ober­hau­sen K.d.ö.R.

Grund­sätz­li­ches zur An­mel­dung: Alle an­ge­kün­dig­ten Ver­an­stal­tun­gen wer­den durch­ge­führt, die Teil­nah­me ist ent­gelt­frei. Wenn Prä­senz­ver­an­stal­tun­gen nicht mög­lich sein soll­ten, dann On­li­ne. Des­halb bitte immer bei der Volks­hoch­schu­le an­mel­den: www.vhs-duis­burg.de oder per Mail: j.sosic HYPERLINK "mail­to:nils.ver­hoe­ven@­stadt-duis­burg.de"(at)stadt-duis­burg.de. Für Rück­fra­gen: 0203 / 283 3725.

Staats­bür­ger­kul­tur, Eu­ro­pa­ori­en­tie­rung und Völ­ker­ver­stän­di­gung

Zum Hand­lungs­kon­zept von „Ge­gen Ver­ges­sen – Für De­mo­kra­tie e.V.“

in Duis­burg 2001 – 2022

Wolf­gang Braun

Mon­tag, 5. Sep­tem­ber 2022, 20.00 Uhr

in der VHS Duis­burg 2022, Stein­sche Gasse, 47051 Duis­burg

Seit etwa 20 Jah­ren ist die ört­li­che Grup­pe von „Ge­gen Ver­ges­sen – Für De­mo­kra­tie e.V.“ in Duis­burg tätig und hat in die­sem Zeit­raum eine ganze Pa­let­te un­ter­schied­li­cher Ak­ti­vi­tä­ten um­ge­setzt. Zu­letzt die bei­den, seit 2018 ge­mein­sam u.a. mit der VHS Duis­burg durch­ge­führ­ten his­to­risch-po­li­ti­schen Vor­trags­rei­hen – „Die Deut­schen, ihre Ge­schich­te und was sie dafür hal­ten“ sowie „Um­wäl­zun­gen im eu­ro­päi­schen Kul­tur­raum seit 1776“. Dabei zeigt sich im Rück­blick ein bun­ter Rei­gen, des­sen zu­grun­de­lie­gen­des Kon­zept viel­fach nicht un­mit­tel­bar er­schließ­bar ist.

Die­ses Kon­zept, das sich nicht auf die For­mel „Erin­ne­rungs­kul­tur“ re­du­zie­ren lässt, kann je­doch mit den alt­ba­cken an­mu­ten­den Ei­n­ord­nun­gen Staats­bür­ger­kul­tur, Eu­ro­pa­ori­en­tie­rung und Völ­ker­ver­stän­di­gung zu­tref­fend zu­sam­men­ge­fasst wer­den. Dar­zu­stel­len und erst­mals öf­fent­lich aus­zu­füh­ren, wie in allen auf den ers­ten Blick dis­pa­ra­ten Ele­men­ten immer diese glei­chen Ori­en­tie­run­gen Ein­gang und Aus­druck fin­den, ist Ge­gen­stand des Vor­tra­ges. Ab­ge­schlos­sen wird mit einem Aus­blick zu den zu­künf­ti­gen Ent­wick­lun­gen und An­for­de­run­gen.

Vom Rinas­ci­men­to zum Ri­sor­gi­men­to

Ita­li­ens Weg in die Mo­der­ne

Prof. Dr. Vol­ker Rein­hardt

(Uni­ver­sité Fri­bourg)

Don­ners­tag, 29. Sep­tem­ber 2022, 20:00 Uhr, on­li­ne

Für die Na­tio­nal­ge­schichts­schrei­bung Ita­li­ens im 19. Jahr­hun­dert brach mit der spa­ni­schen Herr­schaft in Mai­land und Sü­dita­li­en im 16. Jahr­hun­dert ein Zeit­al­ter der Un­ter­drückung und Ent­frem­dung an: Durch steu­er­li­che Ausplün­de­rung und von außen er­zwun­ge­ne Im­plan­tie­rung frem­der Werte habe Ita­li­en seine Iden­ti­tät ver­lo­ren, die es jetzt in einem ver­ein­ten Na­tio­nal­staat glanz­voll zu­rück­ge­win­nen gelte. Die neue­re For­schung sieht die Ge­schich­te Ita­li­ens zwi­schen Re­naissance und Na­po­le­on sehr viel dif­fe­ren­zier­ter. Die Herr­schaft spa­ni­scher Vi­ze­kö­ni­ge und Gou­ver­neu­re hat das Eli­ten­ge­fü­ge dar­un­ter und die Do­mi­nanz lo­ka­ler Olig­ar­chi­en nicht ge­stört, son­dern ge­fes­tigt und do­mes­ti­ziert. Und die Wirt­schafts­kri­sen, die sich ab etwa 1600 teil­wei­se dra­ma­tisch be­merk­bar ma­chen, sind durch man­geln­de Fle­xi­bi­li­tät für neue Märk­te haus­ge­macht. Trotz­dem bleibt Ita­li­en bis 1800 kul­tu­rell eine prä­gen­de Größe Eu­ro­pas. Die «Rück­stän­dig­keit» des Lan­des ist in die­sem Licht über­wie­gend eine Er­fin­dung ro­man­ti­scher Poe­ten und po­li­ti­scher Krei­se, die sich durch einen na­tio­na­len Zu­sam­menschluss Ein­fluss und Pro­fit ver­spre­chen.

Vol­ker Rein­hardt, Dr. phil habil., ist seit 1992 Or­dent­li­cher Pro­fes­sor für All­ge­mei­ne und Schwei­zer Ge­schich­te an der Uni­ver­si­tät Fri­bourg/Schweiz. Haupt­the­ma sei­ner me hr als 30 Mo­no­gra­phien ist die ita­lie­ni­sche und fran­zö­si­sche Kul­tur­ge­schich­te; Golo-Mann-Preis 2013; Preis der Ky­the­ra-Kul­tur­stif­tung 2020

Im­pe­ra­tor“ Mus­so­li­ni und „I­mi­ta­tor“ Hit­ler

100 Jahre „Marsch auf Rom“ und 90 Jahre „Machter­grei­fung“ in Ber­lin

Prof. Dr. Wolf­gang Schie­der

Mon­tag, 24. Ok­to­ber 2022, 20:00 Uhr, on­li­ne

Fast auf den Tag vor 100 Jah­ren, am 30. Ok­to­ber 1922, be­rief der ita­lie­ni­sche König Vik­tor Ema­nu­el III. Be­ni­to Mus­so­li­ni, den „Duce“ der ita­lie­ni­schen Fa­schis­ten zum Mi­nis­ter­prä­si­den­ten, auf den Tag zehn Jahre und drei Mo­na­te spä­ter, am 30. Ja­nu­ar 1933 Reich­s­prä­si­dent Paul von Hin­den­burg den „Füh­rer“ der deut­schen Na­tio­nal­so­zia­lis­ten, Adolf Hit­ler, zum Reich­kanz­ler. „Im­pe­ra­tor“ nann­ten spä­ter Be­ni­to Mus­so­li­ni seine Ge­folgs­leu­te in Ita­li­en, „I­mi­ta­tor“ war ihre spöt­ti­sche Ti­tu­lie­rung Hit­lers.

Der Re­fe­rent des Abends, Prof. Wolf­gang Schie­der, ver­öf­fent­lich­te zu die­ser Dublet­te eine ei­ge­ne Stu­die: Hit­ler der po­li­ti­sche Zau­ber­lehr­ling Mus­so­li­nis. In der Ver­lags­an­kün­di­gung wird zu­sam­men­ge­fasst: „Hit­lers Weg an die Macht ist oft be­schrie­ben wor­den. Kaum be­ach­tet wurde je­doch bis­her, dass er sich dabei in star­kem Maße an Mus­so­li­ni ori­en­tier­te. Der fa­schis­ti­sche Dik­ta­tor war sein großes Vor­bild. Auf ihn ließ er auch nichts kom­men, als er selbst die Macht er­langt hatte und der "Duce" von ihm ab­hän­gig ge­wor­den war. Die bei­den Dik­ta­to­ren ver­band eine po­li­ti­sche Freund­schaft, die bis zu ihrem Tode an­hielt.“

Eine Ei­n­ord­nung die­ser Er­eig­nis­se wird Ge­gen­stand des Vor­trags sein.

Prof. Dr. Wolf­gang Schie­der, geb. 1935 in Kö­nigs­berg / Pr., 2000 Eme­ri­tus an der Uni­ver­si­tät zu Köln.

Schwer­punk­te: der wis­sen­schaft­li­chen Tä­tig­keit: ita­lie­ni­sche Zeit­ge­schich­te, ver­glei­chen­de Fa­schis­mus­for­schung sowie deut­sche und eu­ro­päi­sche So­zi­al­ge­schich­te des 19. und 20. Jahr­hun­derts – ihm wird ein her­aus­ge­ho­be­ner Bei­trag zur Eta­blie­rung des Fa­ches „So­zi­al­ge­schich­te“ in For­schung und Lehre be­schei­nigt.

"... noch ist Polen nicht ge­stor­ben!"

Von den drei Tei­lun­gen Po­lens bis 1795 zur Wie­de­rer­rich­tung des Staa­tes 1918

Dr. An­drzej Michal­c­zyk

(Ruhru­ni­ver­si­tät Bo­chum)

Mon­tag, 14. No­vem­ber 2022, 20:00 Uhr

in der VHS Duis­burg, Stein­sche Gasse, 47051 Duis­burg

Wann und wie ent­stand die pol­ni­sche Na­ti­on? Nach den Tei­lun­gen Polen-Li­tau­ens (1772-1795) ver­schwand zwar der pol­ni­sche Staat, aber konn­te sich eine pol­ni­sche Na­ti­on trotz­dem be­haup­ten? Und wer ge­hör­te dazu um 1800 und wer um 1900? Wie ent­stand eine mo­der­ne pol­ni­sche Mas­sen­ge­sell­schaft vor dem Ers­ten Welt­krieg? Das lange 19. Jahr­hun­dert ist ähn­lich wie in ganz Ost- und Mit­tel­eu­ro­pa ein Jahr­hun­dert des ex­trem be­schleu­nig­ten ge­sell­schaft­li­chen Wan­dels, der durch Pro­zes­se der In­dus­tria­li­sie­rung, Ur­ba­ni­sie­rung, Na­tio­na­li­sie­rung und De­mo­kra­ti­sie­rung ge­prägt wurde. Vor dem Hin­ter­grund die­ser Pro­zes­se wird die Ge­schich­te der pol­ni­schen Ge­sell­schaft im Vor­trag dis­ku­tiert und ein Ein­blick in die Wir­kungs­macht die­ser Um­wäl­zun­gen auch auf die Ge­gen­wart Po­lens ge­ge­ben.

An­drzej Michal­c­zyk, geb. 1976 in War­schau, dort auch Schu­le und Ge­schichts­stu­di­um, ist seit 2007 aka­de­mi­scher Rat für Neue­re, Neues­te und Ost­mit­tel­eu­ro­päi­sche Ge­schich­te an der Ruhr-Uni­ver­si­tät Bo­chum. Der stu­dier­te His­to­ri­ker wurde mit sei­ner Dis­ser­ta­ti­on, mit der er 2006 an der Uni­ver­si­tät Er­furt pro­mo­vier­te, mit dem För­der­preis des pol­ni­schen Ge­ne­ral­kon­suls in Köln aus­ge­zeich­net. Als Mither­aus­ge­ber des Hand­buchs ober­schle­si­scher Erin­ne­rungs­or­te bekam er den Ar­thur-Kron­thal-Preis (2016). Im Rah­men sei­ner Ar­beit be­schäf­tigt er sich unter an­de­rem mit der Er­for­schung der Ge­schich­te Ost­mit­tel­eu­ro­pas im 19. und 20. Jahr­hun­dert, Erin­ne­rungs­kul­tu­ren sowie der Mi­gra­ti­on und Mo­bi­li­tät zwi­schen Ost­mit­tel­eu­ro­pa und Nord- und Süd­ame­ri­ka.

Polen: eine Na­ti­on sucht ihren Weg

Von Józef Pił­sud­ski über Wła­dysław Go­muł­ka zu Lech Wałę­sa

Bern­hard Hart­mann

(Duis­burg)

Mon­tag, 21. No­vem­ber 2022, 20:00 Uhr

in der VHS Duis­burg, Stein­sche Gasse, 47051 Duis­burg

Nach der Wie­der­er­lan­gung der Ei­gen­staat­lich­keit 1918 muss­te Polen sei­nen Platz und seine Rolle in Eu­ro­pa neu be­stim­men – zwi­schen Ost und West, zwi­schen der Erin­ne­rung an die mul­tieth­ni­sche Adels­re­pu­blik und mo­der­nem Na­tio­nal­staats­den­ken. Der deut­sche Über­fall 1939 und die Ein­glie­de­rung Po­lens in den Ost­block nach 1945 be­deu­te­ten eine wei­te­re tief­grei­fen­de Zäsur in die­sem Pro­zess. Auch die seit dem Um­bruch von 1989 un­ter­nom­me­nen Ver­su­che, Polen zu den­ken und in Eu­ro­pa zu ver­or­ten, wer­den maß­geb­lich durch die his­to­ri­sche Er­fah­rung und deren Deu­tun­gen ge­prägt. Der Vor­trag be­han­delt zen­tra­le Weg­mar­ken und Kon­zep­te pol­ni­scher Iden­ti­täts­de­bat­ten des 20. Jahr­hun­derts, die bis in un­se­re Ge­gen­wart nach­wir­ken.

Bern­hard Hart­mann, Über­set­zer li­te­ra­ri­scher und geis­tes­wis­sen­schaft­li­cher Texte aus dem Pol­ni­schen, Stu­di­um der Sla­vis­tik/Po­lo­nis­tik und Ger­ma­nis­tik an den Uni­ver­si­tä­ten Mainz, Wrocław/PL, Ros­kil­de/DK, Köln und Pots­dam, an­schlie­ßend Tä­tig­keit als Wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter (Sla­vis­tik/Po­lo­nis­tik) an den Uni­ver­si­tä­ten Er­furt (2002-2003), Wien (2006-2009) und Bo­chum (2010-2011); 2013 Karl-De­de­ci­us-Preis für deut­sche Über­set­zer pol­ni­scher Li­te­ra­tur

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